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Die Faszination mit dem Entstehungsprozess von Käse - Ein Interview mit Älplerin Sarah Gross.

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Die Faszination mit dem Entstehungsprozess von Käse - Ein Interview mit Älplerin Sarah Gross.

Älplerin Sarah Gross käst schon seit über 25 Jahren leidenschaftlich gerne und hat in ihrer langjährigen Zusammenarbeit mit Kleinkäsereien viele wertvolle Erfahrungen gesammelt. Heuer bewirtschaftet sie gemeinsam mit ihrem Team zum ersten Mal die Alp Nünenen im Gantrischgebiet – und möchte auch hoch oben in den Bergen weiter dem Käsen nachgehen. Da die Infrastruktur hierfür auf der Alp fehlt, hat sie lange nach einer Möglichkeit für die Milchverarbeitung gesucht – und ist so auf die innovative Lösung der mobilen Käserei gestossen.  


Was begeistert dich an der Alpwirtschaft?

Ich liebe das Leben auf der Alp mit seiner Einfachheit und Nähe zur Natur und den Tieren. Es ist eine riesige Lebensschule mit ganz grossen Anforderungen, die es zu meistern gilt. Mich freut es sehr für meine Kinder, dass auch ihnen das Alpleben ermöglicht wird. Sie kommen alle unglaublich gerne mit, was sehr, sehr schön ist.

 

Wie lange bist du schon in der Alpwirtschaft tätig?

Als Stadtkind aufgewachsen, hat ich das einfache Landleben schon immer angezogen. 1998 bin ich nach meinem Abschluss der Diplommittelschule das erste Mal z’Alp in einer sehr einfach eingerichteten Alp im Tessin gewesen. Seither habe ich nur wenige Sommer im Tal verbracht.     


Welchen Herausforderungen begegnest du in der Alpwirtschaft?

Auf der Alp gibt es sehr viele Herausforderungen. Darunter fallen zum Beispiel:

- Die Distanz (sowohl zu Einkaufsmöglichkeiten für Werkzeug und Lebensmittel als auch zum Spital)

- Das Wetter

- Die Arbeit mit so vielen Tieren (Unfälle, Verletzungen, Krankheiten)

- Der Schlafmangel und die körperliche Belastung

- Das Zusammenleben auf engem Raum

- Der zahlreiche Wochenend-Besuch

- Das «Zurückkommen» im Herbst


Was machst du während der Wintermonate und wie empfindest du den saisonalen Wechsel?

Während der Wintermonate habe ich oft als Melkerin gearbeitet. Nun werde ich den Container bei mir zu Hause nutzen, sodass ich auch im Winter käsen kann. Daneben bin ich als Mutter von vier Kindern und Hausfrau beschäftigt.

Der Wechsel von der Alp ins «normale» Leben ist für mich sehr schwer und eine der grössten Herausforderungen. Man gewöhnt sich sehr an die Ruhe und den natürlichen Rhythmus. Wieder Zuhause beginnt die Schule für die Kinder, 1000 Sachen müssen organisiert werden, Büroarbeit sollte erledigt werden…


Wie bist du zum Käsen gekommen?

Das erste Mal habe ich auf einer Alp im Tessin Käse hergestellt. Danach habe ich noch einige Alpsommer auf verschiedenen Alpen in der Schweiz verbracht und anschliessend während 16 Jahren einen Bauernbetrieb mit eigener Alp und Hofkäserei geführt.


Warum hast du dich fürs Käsen entschieden? Was begeistert dich daran?

Der Entstehungsprozess eines Produkts aus Rohmaterial fasziniert mich und gibt mir eine grosse Genugtuung. (Das gilt übrigens auch für Brot… ) Die Materie Milch ist sehr lebendig. Abgesehen vom Fachwissen braucht es ein grosses Gespür und Einfühlungsvermögen, um Käse herzustellen. Denn die Milch kann sich stark verändern, insbesondere auf der Alp. Das gefällt mir als Herausforderung. Da wir im kleinen Stil Käse herstellen, haben wir die Möglichkeit, von der Milchgewinnung bis zum Verkauf des fertigen Produktes alles selbst zu erledigen und somit unser Produkt zu prägen.


Wie läuft die Käseproduktion auf der Alp ab?

Der Tag beginnt um halb fünf Uhr morgens. Während die Kühe von der Weide geholt und gemolken werden, ist der Käser oder die Käserin schon in der Käserei aktiv. Um 10 Uhr wird die Produktion beendet. Täglich braucht man auch ca. eine Stunde für die Pflege des Käses im Käsekeller.


Wie erlebst du die Alpwirtschaft und das Käsen als Frau? Hast du das Gefühl, die Leute begegnen dir anders oder haben Vorurteile?

Inzwischen gibt es sehr viele Frauen, die auf den Alpen arbeiten. Ich habe mich nie benachteiligt gefühlt, im Gegenteil. Wir Frauen haben die Fähigkeit, den rauen Alltag ein bisschen abzumildern, auch wenn das nur ein hübscher Blumenstrauss vor der Hütte ist

Ich bin mir sehr wohl meiner körperlichen Grenzen bewusst, es gibt jedoch immer Möglichkeiten.


Warum hast du dich für die mobile Käserei entschieden? Was begeistert dich an dem Projekt?

Als ich die Anstellung der Alp Nünenen bekommen habe, stand für mich fest, dass ich auch hier Käse herstellen möchte. Nur wie? Das war die grosse Frage. Eine Käserei einzurichten lag nicht drin und ausserdem hatte ich schon immer den Wunsch, auch im Winter zu käsen.

Das Projekt mit Monalp begeistert mich – vor allem auch wegen den Personen, die dahinterstehen. Die Zusammenarbeit ist unglaublich bereichernd und birgt ein riesen Potenzial. Hier treffen sich zwei Welten mit viel Energie und Leidenschaft, Wissen und Erfahrung, aber auch dem Bedürfnis zu lernen.

Wie ist der Aufbau der mobilen Käserei aus deiner Sicht gelaufen? Was hat funktioniert, wo ergaben sich Schwierigkeiten?

Die ganze Planung ist sehr gut verlaufen. Ich denke, das habe ich auch meiner langjährigen Erfahrung mit Kleinkäsereien zu verdanken – und natürlich all den Personen, die uns mit grossem Elan beraten haben. Die Firma Monalp arbeitet unheimlich effizient und mit grossem Einsatz.


Wie reagiert dein Umfeld auf die Pläne?

Mit ein paar wenigen Ausnahmen hat mein Umfeld sehr, sehr positiv auf mein Projekt reagiert. Nun geht es darum, mich diesen Sommer zu beweisen und zu zeigen, dass es gut kommt. Ich freue mich darauf und bin sehr zuversichtlich.



Kurzbio: Sarah Gross ist gelernte Landwirtin und inzwischen seit 25 Jahren als Älplerin tätig. Als Stadtkind aufgewachsen hat sie das einfache Leben auf der Alp seit jeher angezogen. Heute bewirtschaftet Sarah gemeinsam mit ihrem Mann Davide, ihren vier Kindern und zwei weiteren Helfern die Alp Nünenen im Berner Oberland. Die Wintermonate verbringt sie mit ihrer Familie in Heitenried, im Kanton Fribourg.